Trauermusik von Telemann. Ästhetische, religiöse, gesellschaftliche Aspekte, gemeinsam mit Martina Falletta und Eric F. Fiedler herausgegeben von Adolf Nowak, Beeskow: ortus musikverlag 2015 (ortus studien 18 / om188), ISBN 978-3-937788-36-4

 

Vom Herausgeber des „Critischen Musicus“, Johann Adolph Scheibe, wurde Georg Philipp Telemann als „Meister in der Ausdrückungskunst“ bezeichnet (1740). Was Ausdruck ist und wie er vom Komponisten im Verhältnis zu tradierten Formen und Modellen artikuliert wird, zeigt sich mit besonderer Deutlichkeit an der Trauermusik. In ihr verbindet sich die Erfahrung von Verlust und Abschied mit der Vergegenwärtigung von Glaubensinhalten sowie mit der Intention des Gedenkens und der Ehrung. Im Blick auf ästhetische, religiöse und gesellschaftliche Zusammenhänge werden einschlägige Werke Telemanns untersucht: frühe und undatierte Trauermusik; Klage und Trauer in Kantate, Oratorium und Passion; Begräbniskompositionen für Hamburgische Bürgermeister; Staats-Trauermusiken für römisch-deutsche Kaiser (1740, 1745 und 1765); weltliche Trauermusik.

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Nina Eichholz: Georg Philipp Telemanns Kantatenjahrgang auf Dichtungen von Gottfried Behrndt. Ein Beitrag zur Phänomenologie von Telemanns geistlichem Kantatenwerk, Hildesheim: Georg Olms Verlag 2015 (Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 85), ISBN 978-3-487-15232-5

 

Die vorliegende Studie über Georg Philipp Telemanns 1736/1737 auf Texte von Gottfried Behrndt komponierten Kantatenzyklus stellt erstmals einen einzigen Jahrgang in den Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Arbeit. Nach einem ersten Vorstoß von Werner Menke in den 1940er Jahren setzte sich die Erforschung von Telemanns geistlichem Kantatenschaffen erst in den 1990er Jahren fort, wobei sich die wenigen umfangreicheren Forschungsarbeiten jeweils mit mehreren Kantatenjahrgängen befassen. Dagegen liefert die Konzentration auf den Behrndt-Jahrgang vertiefte musikanalytische Ergebnisse zu Telemanns Kantatenkomposition.

Gleichzeitig werden, um das individuelle werkhafte Profil des Behrndt-Jahrgangs zu ermitteln, umfassende systematische Vergleiche mit anderen Kantatenjahrgängen Telemanns angestellt. So lassen sich auch allgemeine Erkenntnisse zur Phänomenologie von Telemanns Kantatenschaffen gewinnen und musikhistorische Entwicklungslinien in seinem Kantatenwerk aufzeigen.

Neben Text- und Musikanalysen nimmt der Band das geistesgeschichtliche Umfeld der Dichtungen Behrndts in den Blick und informiert über Quellen, Aufführungspraxis und Rezeption des Behrndt-Jahrgangs.

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Telemanns Vokalmusik – Über Texte, Formen und Werke, hrsg .v. Adolf Nowak u. Andreas Eichhorn, Hildesheim: Georg Olms Verlag 2008 (Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 49), ISBN 978-3-487-13832-9

 

 

Georg Philipp Telemann (1681-1767) war in allen Bereichen der Instrumentalmusik und der Vokalmusik höchst produktiv und galt seinen Zeitgenossen als moderner und besonders innovativer Komponist, der sich von Ideen und Impulsen der Aufklärung beflügeln ließ.

Die hier versammelten Aufsätze handeln von der noch wenig erforschten Vokalmusik Telemanns, unter besonderer Berücksichtigung derjenigen Gattung, die den größten Raum in ihr einnimmt, der kirchlichen Kantate. Die Kantate wird nach ihren Formen, Funktionen und Traditionen befragt, die ihr zugrunde liegende Dichtung wird unter literatur- und ideengeschichtlichen Gesichtspunkten untersucht. Darüber hinaus kommen verwandte Gattungen wie die weltliche Kantate, das Oratorium und die Oden- und Liedkomposition zur Sprache.

Ein übergreifendes Interesse gilt den Einflüssen der Aufklärung und ihrer Ästhetik auf die Vokalmusik Telemanns, wobei sich der Begriff der „Klangrede“, wie er von Telemanns Zeitgenossen Johann Mattheson geprägt wurde, als besonders fruchtbar erweist. Dass sich die Musik an Sinngliederung, Sprachmelos und Bildlichkeit der Rede orientiert und dass sie im Durchgang durch diese rhetorische Ausrichtung ihre besondere Autonomie in Konstruktion und Ausdruck gewinnt, ist für die Musikästhetik der Aufklärung ein zentraler Gedanke, der in der Musik Telemanns deutlich hervortritt.

 

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Christiane Jungius: Telemanns Frankfurter Kantatenzyklen, Kassel: Bärenreiter 2008 (Schweizer Beiträge zur Musikforschung 12), ISBN: 978-3-7618-1998-2

 

 

Obwohl die Komposition von Kirchenmusik Georg Philipp Telemanns zentraler Schaffensbereich war, stand eine umfassende inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Werken bislang noch aus. Die in Frankfurt am Main entstandenen fünf Kirchenkantaten-Jahrgänge für vier Vokalstimmen und Begleitung haben die evangelische Kirchenmusik bis weit über das 18. Jahrhundert hinaus geprägt.

Basierend auf der detaillierten Durchsicht der verfügbaren musikalischen Quellen werden diese Werke hier betrachtet. Im Fokus stehen Telemanns Umgang mit dem zu vertonenden Text, jahrgangsübergreifende kompositorische Merkmale, aber auch die Aufarbeitung ihrer Rezeption.

 

 

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Simon Rettelbach: Trompeten, Hörner und Klarinetten in der in Frankfurt am Main überlieferten "Ordentlichen Kirchenmusik" Georg Philipp Telemanns, Tutzing: Hans Schneider 2008 (= Frankfurter Beiträge zur Musikwissenschaft 35), ISBN: 978-3-7952-1261-2

 

 

 

Standen bislang in der Erforschung der Rolle und Funktion der Blechblasinstrumente in der Kirchenmusik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Namen J.S. Bach und G.F. Händel deutlich im Vordergrund, schließt die Arbeit Simon Rettelbachs anhand der Untersuchung der Werke Telemanns eine Lücke in der Kenntnis um die Geschichte der Trompeten, Hörner und Klarinetten dieser Zeit.

Anhand des weltweit einmaligen, nahezu geschlossen erhaltenen Bestandes an Kirchenstücken Telemanns der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main untersucht die Arbeit instrumentenkundliche, symbolische, satztechnische und spielpraktische Aspekte um sich im letzten Abschnitt auch der Frage nach den zeitgenössischen Interpreten und Aufführungsbedingungen zu widmen. Wer das durch die Telemannforschung der letzten 20 Jahre neu gezeichnete Bild des Komponisten Telemann verfolgt hat, wird sich nicht wundern, dass auch in der Verwendung der hier untersuchten Instrumentengruppe eine intensive Auseinandersetzung mit den Bezügen zwischen Text und Musik, innovative Satztechniken und Experimentierfreude in der Instrumentation – Telemanns Klarinettenpartien beispielsweise gehören zu den frühesten überhaupt – seinen Kompositionsstil charakterisieren.

 

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Georg Philipp Telemanns Passionsoratorium „Seliges Erwägen“ zwischen lutherischer Orthodoxie und Aufklärung. Theologie und Musikwissenschaft im Gespräch, hrsg. v. Martina Falletta, Annette Mehlhorn, Ulrich Siegele, Frankfurt am Main: Haag und Herchen 2005 (Arnoldshainer Texte 127), ISBN: 3-89846-311-7

 

 

Georg Philipp Telemann gilt als die herausragende Musikerpersönlichkeit der deutschen Aufklärung. Andererseits bekennt er selbst, dass er „allemahl die Kirchen-Music am meisten werth geschätzet, am meisten in andern Autoribus ihrentwegen geforschet, und auch das meiste darinnen ausgearbeitet habe“. Für die heutige Wahrnehmung scheint darin eine Spannung zu liegen. Wie aber hat Telemann selbst, wie haben seine Zeitgenossen in Deutschland das Verhältnis von Aufklärung und Kirchenmusik bestimmt? Wie kommt in Telemanns Kirchenmusik die Ästhetik der Aufklärung, wie die lutherische Orthodoxie zur Geltung?

Als Bezugspunkt zur philosophie- und theologiegeschichtlichen, kirchen- und musikgeschichtlichen Situation diente Telemanns Passionsoratorium „Seliges Erwägen“ aus dem Jahr 1722, ein Werk, dessen Text und Musik von demselben Verfasser stammen.

 

 

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Roman Fischer: Frankfurter Telemann-Dokumente, Hildesheim: Georg Olms Verlag 1999 (Magdeburger Telemann-Studien 16), ISBN: 3-487-11043-1

 

Erstmals werden in dieser Publikation Dokumente des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main vorgestellt, die für die Telemannforschung großen Wert besitzen. Es handelt sich dabei um Quellen, die sich

 

sowohl auf Telemanns Frankfurter Lebensabschnitt beziehen, als auch auf die Zeit nach 1721, in der Telemann in Hamburg wirkte. Besonderes Gewicht kommt dm eigenhändigen Bewerbungsschreiben Tele

 

manns zu, das der Forschung bislang unbekannt war. Auch die Veröffentlichung des sogenannten Kircheninventarienbuches, auf das Conrad Bund erstmals 1984 aufmerksam machte, wird weitgehend neues Material über die Frankfurter Rezeption von Kirchenkantaten Telemanns liefern. Zahlreiche Einträge aus Akten, Büchern, Protokollen und anderen Quellen des Stadtarchivs Frankfurt ergänzen den Bestand an Frankfurter Telemanndokumenten und bringen weitere Ausschlüsse zum Thema Telemann und Frankfurt.

 

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Telemann in Frankfurt. Bericht über das Symposium Frankfurt am Main 26./27. April 1996. Im Auftrag der Frankfurter Telemann-Gesellschaft herausgegeben von Peter Cahn, Mainz: Schott 2000 (Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte 35), ISBN: 3-7957-1337-4

 

 

Georg Philipp Telemanns Wirken als städtischer Musikdirektor in Frankfurt/Main (1712-1721) hat im Musikleben der Stadt bleibende Spuren hinterlassen. Im Zentrum dieser Veröffentlichung steht sein umfangreiches Kantatenwerk, dessen Gliederung nach Jahrgängen anhand neuer Quellenfunde nunmehr ermöglicht wird. In Beiträgen namhafter Telemann-Forscher werden außerdem sein Konzertschaffen, die Brockes-Passion (1716), Festmusiken und Opern, die Kammermusik und die Ästhetik Telemanns behandelt. Als bisher unbekanntes Dokument enthält der Band Telemanns Bewerbungsschreiben (1712), ferner den Abdruck zweier Arien aus den verlorenen „Davidischen Oratorien“ (1718), die aus einer Parodie des Frankfurter Patriziers Johann Friedrich Armand von Uffenbach rekonstruiert werden konnten.

 

 

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Textbücher:

  

Georg Philipp Telemann: Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus. Passionsoratorium auf Worte von Barthold Heinrich Brockes Frankfurt am Main 1716. Faksimile nach dem Exemplar der Universitätsbibliothek Frankfurt, Signatur Art. Ff. 633, Frankfurt am Main 1994

 

 

Texte von Erdmann Neumeister zur Musik von Georg Philipp Telemann, Texte zur Music welche von Weyhnachten bis Sexagesimae inclusive, in beyden Evangelischen Kirchen, zu den Barfüßern und St. Cahtharinen, bey denen ordentlichen Ambts-Predigten, auch in der Barfüsser Kirche bey denen nachmittäglichen (so Gott will) musicalisch aufzuführen sind. Franckfurt Zu finden bey Johann Philipp Andreä 1716, Faksimile nach dem Exemplar der Universitätsbibliothek Frankfurt, Signatur N. Libr. Ff. 11065, Frankfurt am Main 2006

 

Zu beziehen über die Adresse der Frankfurter Telemann-Gesellschaft e. V.